Vom Social-Media-Experiment zur internationalen Zusammenarbeit
Die Kampagne erreichte Menschen in verschiedenen Weltregionen und löste Zustimmung, Widerspruch und Ergänzungen aus. Dadurch wurde auch sichtbar, wie schwierig demokratische Vergleiche sind: Welche Kriterien zählen, wessen Wissen fliesst ein und welche Erfahrungen werden übersehen? Aus dem Turnier entstand so ein internationales Gespräch über Demokratie.
AUSGANGSPUNKT FÜR INTERNATIONALEN DIALOG
Aus den Rückmeldungen auf den Democracy World Cup entstanden neue Kontakte und konkrete Formen der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit International IDEA bereiten wir derzeit ein regionales Dialogforum im südlichen Afrika vor. Menschen aus Zivilgesellschaft, Medien, Wissenschaft, Jugendorganisationen und Diplomatie sollen dort ihre Erfahrungen miteinander teilen und unterschiedliche Perspektiven auf demokratische Entwicklung sichtbar machen. Der Democracy World Cup wird dabei zum Ausgangspunkt für eine weiterführende Frage: Wie können internationale Institutionen zuhören, ohne lokale Erfahrungen vorschnell in bestehende Kategorien einzuordnen?
DEMOKRATISCHE ZUHÖR- UND LERNPROZESSE
Demokratien verfügen über Wahlen, Parlamente, Abstimmungen und Beteiligungsverfahren. Häufig fehlt jedoch eine verlässliche Struktur, durch die Erfahrungen aus der Bevölkerung aufgenommen, miteinander verbunden, erinnert und in institutionelles Lernen übersetzt werden. Aus den Gesprächen der vergangenen Monate entwickeln wir deshalb einen ersten Ansatz für demokratische Zuhör- und Lernprozesse. Im Zentrum stehen die Hoffnungen, Bedürfnisse, Verantwortungen und Fähigkeiten unterschiedlicher Menschen. Erste Elemente sollen zum Beispiel im geplanten Dialogforum im südlichen Afrika sowie im Global Forum on Modern Direct Democracy in Botswana diesen Oktober praktisch erprobt und gemeinsam weiterentwickelt werden.
EINLADUNG ZU DEMOCRACIA VIVA IN BUENOS AIRES
Die Fragen des Democracy World Cup haben auch in Lateinamerika Interesse geweckt. Asuntos del Sur hat die Schweizer Demokratie Stiftung eingeladen, den Ansatz bei Democracia VIVA in Buenos Aires vorzustellen und gemeinsam mit demokratischen Praktiker:innen weiterzudenken. Im Mittelpunkt steht weniger das Turnier selbst als die Frage, wie aus öffentlicher Kommunikation neue Beziehungen, gemeinsames Lernen und konkrete Zusammenarbeit entstehen können. Ob eine Teilnahme vor Ort bereits in diesem Jahr möglich sein wird, ist noch offen. Die Einladung ist dennoch ein wichtiger nächster Schritt.













